Vom gigantischen See zur ausgedehnten Wüste

Ab3.990
Vom gigantischen See zur ausgedehnten Wüste
Eine Natur- und Erlebnisreise vom Baikalsee in die mongolische Wüste Gobi
Erleben Sie zwei faszinierende Gegensätze der Natur auf unserer Reise! Ihre Tour beginnt in Irkutsk, einer alten Kaufmannsstadt Sibiriens. Weiter führt Sie Ihre Route zum berühmten Baikalsee. Sie beobachten endemische Süßwasserrobben und kosten Omul, den einzigartigen Fisch vom Baikal. Mit einem Motorboot unternehmen Sie einen Ausflug auf dem tiefsten und ältesten Binnensee der Welt. Während der Übernachtung in einem Gästehaus direkt am Ufer genießen Sie Ruhe und schöpfen Energie. Zu Fuß erkunden Sie die Tunnel der alten Strecke der Transsib, einem historischen Denkmal Russlands. Anschließend fahren Sie mit einem Zug auf der Trasse der Transsibirischen Eisenbahn in die Mongolei. Mit einem Gelände­wagen legen Sie mehr als 2000 km zurück, um die Natur und die Menschen in der Wüste Gobi zu erleben. Sie besuchen mehrere Nomaden-Familien und lernen ihre Lebensweise kennen. Übernachtet wird in Jurten-Camps. Entdecken Sie den „Brunnen des Planeten“ und die Heimat des Dschingis-Khan!
• Baikalsee
• Irkutsk und Ulan-Bator
• Besuche bei Nomadenfamilien
• Kloster Erdene Zuu und Geier-Schlucht
• Sanddünen von Chongorin-Els

Buchungsnummer: MG- 846
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Karte von
 Teilnehmerzahl: 6 - 12 Personen

1. Tag: Anreise

Flug von Deutschland über Moskau nach Irkutsk. (-/-/-)

2. Tag: Irkutsk

Am Morgen werden Sie am Flughafen in Irkutsk empfangen und zum zentral gelegenen Hotel gebracht. Nach einer Erholung lernen Sie während einer Rundfahrt die alte sibirische Stadt kennen. Ein Besuch der Markthalle ist empfehlenswert. Auf Wunsch können Sie einen Spaziergang an der Angara, dem einzigen Abfluss vom Baikalsee, unternehmen. (-/-/-)

3. Tag: Baikalsee

Sie fahren nach Listwjanka, einer bekannten Siedlung am Baikalsee. Unterwegs besichtigen Sie ein Freilichtmuseum und werden mit Geschichte und Kultur der Region vertraut gemacht. Anschließend erkunden Sie die Siedlung. Im Baikal-Museum erfahren Sie Wissenswertes über das „Heilige Meer Sibiriens“. Ein Motorboot bringt Sie in etwa 1 Std. zu Ihrem Gästehaus direkt am Ufer des Baikals. Sie unternehmen eine Wanderung zu einigen Eisenbahntunneln und erleben dort die Baukunst der Zarenepoche. Abends erwartet Sie ein Banja-Besuch (sibirische Art der Sauna) und auf Wunsch ein Erfrischungsbad im See. (F/-/A)

4. Tag: Baikalsee

Heute fahren Sie mit einem Touristenzug auf der alten Strecke der Transsib. Dieser Abschnitt war der teuerste der ganzen 9 Tsd. km von Moskau bis Wladiwostok. Auf ihren 84 km entstanden 39 Tunnel (Gesamtlänge 8994 m) und 248 Ingenieur-Bauten. Der Zug fährt direkt am See entlang und Sie genießen schöne Ausblicke. Gegen Abend kommen Sie in Kultuk, einer Siedlung an der südlichen Spitze des Baikals, an. Transfer zum Hotel, Übernachtung unweit von Sludjanka. (F/M/A)

5. Tag: Im Zug

Morgens besichtigen Sie zunächst den ganz aus Marmor erbauten Bahnhof, beziehen Ihre Plätze im Zug und fahren in die Mongolei. Einige Stunden lang werden Sie den Baikalsee von Ihrem Fenster aus erblicken können. Übernachtung im Zug. (F/L/L)

6. Tag: Ulan-Bator

Am frühen Morgen rollt Ihr Zug in Ulan-Bator ein. Während Ihrer Stadtrundfahrt besuchen Sie das Gandaan-Kloster, ein buddhistisches Zentrum der Mongolei und gleich eine Theologie-Akademie des Landes. Ein Besuch des Nationalmuseums darf bei dem Aufenthalt in Ulan-Bator nicht fehlen. Vor Ihrem Abendessen mit traditionellen Gerichte genießen Sie eine Folkloredarbietung. 2 Hotelübernachtungen. (F/M/A)

7. Tag: Nationalpark Tereldsh

Unterwegs zum Nationalpark Tereldsh besichtigen Sie ein Museum mit beeindruckendem Monument des Dschingis-Khan. In Tereldsh besuchen Sie einen in malerischer Umgebung liegenden buddhistischen Tempel. Faszinierend wirkt eine Felsformation in Form einer gigantischen Schildkröte. Auf Wunsch ist ein Ausritt (optional) oder eine Wanderung möglich. (ca. 160 km) (F/M/A)

8. Tag: Naturschutzgebiet Baga Gasryn Tschuluu

Mit einem geländegängigen Kleinbus fahren Sie Richtung Süden. In den endlosen Steppen werden Sie unzählige Schafherden treffen. Die weißen Jurten der Nomadenfamilien sind von weitem zu sehen. Sie kommen in einem Jurten-Camp im Naturschutzgebiet Baga Gasryn Tschuluu an und erkunden die bizarren Felsen. Übernachtung in Jurten. (250 km) (F/M/A)

9. Tag: Zagan Suvraga

Ihr Weg führt Sie heute zum Zagan Suvraga, einem Canon. Sie betrachten gut erhaltene Felsmalereien. Übernachtung im Jurten-Camp. (220 km) (F/M/A)

10. Tag: zur Geierschlucht

Ihr Ziel für heute ist die Geierschlucht im Naturschutzgebiet „Jolyn Am“. Sie besichtigen das gleichnamige Museum und unternehmen eine Wanderung (2 Std, leicht) in die Schlucht. Das Gebiet erstreckt sich über 70 qkm und mit etwas Glück beobachten Sie Steinböcke oder Bartgeier in freier Natur. Übernachtung im Jurten-Camp. (230 km) (F/M/A)

11. Tag: Die Sanddünen von Chongorin Els

Die Hauptattraktion des Tages sind die Dünen von Chongorin Els. Diese vegetationslose Dünenkette ist etwa 180 km lang und 3-15 km breit. Sie fahren in der Wüste zwischen einem Bergabhang und dem Sandmassiv. Bei einer Nomadenfamilie sind Sie herzlich eingeladen. Wie wäre es mit einem Aufstieg auf eine der ca. 200 m hohen Dünen? Übernachtung in einem Jurten-Camp. (200 km) (F/M/A)

12. Tag: Bayansag

Eine große Fläche vom Saxaulwald in der Wüste wirkt wie eine Oase. Auf Wunsch können Sie eine Wanderung unternehmen und kleine Eidechsen, Erdhörnchen und Vögel beobachten. Eine einzigartige Wirkung erzielen die aus steinigem rotem Lehm bestehenden Klippen von Bayansag. An diesem Ort wurden viele Dinosaurier-Skelette und die ersten Sauriereier gefunden. Übernachtung in einem Jurten-Camp. (180 km) (F/M/A)

13. Tag: Ruinen des Klosters Ongi

Sie fahren zu den Überresten des ehemaligen buddhistischen Klosters Ongi. In einem Bergkessel, durchtrennt von einem Fluss, standen zwei prächtige Tempelanlagen. Die Ruinen sind schweigende Zeugen dieser Zeit. Der jüngere Bruder eines damals dort lebenden Mönches, führt Sie durch die Anlage und erzählt Ihnen bewegende Geschichten „aus erster Hand“. Unterwegs besuchen Sie eine Nomadenfamilie. Übernachtung in einem unweit gelegenen Jurten-Camp. (150 km) (F/M/A)

14. Tag: Nach Karakorum

Heute nehmen Sie Kurs auf Karakorum, der ersten, von Dschingis-Khan gegründeten, Hauptstadt der Mongolei. Nach der Unterbringung in einem Jurten-Camp Zeit zur freien Verfügung. (250 km) (F/M/A)

15. Tag: Karakorum – Berg Chogno-Khan

Sie besichtigen das Kloster Erdene Zuu, eines der religiösen Zentren der Republik seit dem 16. Jahrhundert und die Ruinen der ehemaligen Hauptstadt. Sie setzen Ihre Fahrt fort und kommen in einem Jurten-Camp am imposanten Bergmassiv Chogno-Khan an. Sie erblicken die unweit liegenden Klosterruinen von Erdene Khamba. Übernachtung im Jurten-Camp. (100 km) (F/M/A)

16. Tag: nach Ulan-Bator

Ihre Tour in Steppen und Wüste geht heute zu Ende. Sie fahren nach Ulan-Bator. Nachmittags Zeit zur freien Verfügung. Hotelübernachtung. (ca. 300 km) (F/-/-)

17. Tag: Rückflug

Transfer zum Flughafen und Flug nach Deutschland. (20 km) (F/-/-)

Reisepreis: 3990 €

Im Preis inklusive

  • Linienflüge (Economy-Class) mit Aeroflot oder gleichwertiger Fluggesellschaft
  • Stadtrundfahrten in Irkutsk und Ulan-Bator
  • Alle Transfers gemäß Reiseverlauf
  • 6 DZ-Übernachtungen in Hotels und Gästehäusern
  • 8 Übernachtungen in Jurten mit 2er-Belegung
  • Bootsfahrt auf dem Baikalsee
  • Zugfahrt Sludjanka – Ulan-Bator im 4-Bett-Abteil
  • Verpflegung lt. Programm
  • Alle Besichtigungen gem. Reisebeschreibung inkl. Eintritt
  • Folklore-Darbietung in Ulan-Bator
  • Ausflüge lt. Reisebeschreibung
  • Deutschsprachige Reiseleitung ab 2. Tag in Irkutsk (ausgenommen Zugfahrt)

Nicht eingeschlossen

  • Konsulatsgebühr für Visum: 100 EUR (Russland)
  • EZ-Zuschlag: 250 EUR (für 6 Ü. am 2.-4.; 6.-7. und 16. Tag)
  • Aufpreis für Jurten-Einzelbelegung (8 Nächte): 180 EUR
  • Aufpreis für 2er-Abteil bzw. 4-Bett-Abteil für 2 Personen im Zug: ab 220 EUR/Person
  • Bahnreise zum/vom Flughafen: ab 90 EUR

Zahlungsmodalitäten

Höhe der Anzahlung in % des Reisepreises: 20%

Restzahlung in Tagen vor Reisebeginn: 21 Tage

Buchung-Nr.: MG- 846

  • Teilnehmerzahl: mindestens 6; maximal 12 Personen
    (siehe unsere Allgemeinen Reisebedingungen, Punkt 5)
  • Sie benötigen für die Einreise nach Russland ein gültiges Touristenvisum, welches von BaikalTours eingeholt werden kann. Für deutsche Staatsangehörige beträgt die Visumbearbeitungsgebühr (Visumgebühren und – Besorgung) z. Zt. 100 EUR pro Person. Für Staatsangehörige anderer Länder auf Anfrage. Bei einer Visumbeantragung weniger als vier Wochen vor der Abreise erhöht sich die Visumbearbeitungsgebühr (Preis auf Anfrage).
  • Österreichische und schweizerische Staatsangehörige benötigen zudem ein Touristenvisum für die Einreise in die Mongolei.

Mit sehr viel Verspätung (gleich nach der Rückkehr war ich vier Wochen in Frankreich unterwegs) möchte ich mich sehr herzlich für die perfekte Organisation dieser Reise bedanken. Ich weiß gar nicht, was ich zuerst nennen soll: die netten, hilfsbereiten Reiseleiter, die sorgsam fahrenden Chauffeure... Vor allem aber bedanke ich mich, dass Sie uns zu Dritt auf diese sehr emotionale Reise geschickt haben. Mehrmals am Tag haben wir von Ihnen und der perfekten Organisation gesprochen. Mit dem Ehepaar Feuchter habe ich mich auf Anhieb verstanden und wir werden auch weiterhin in Kontakt bleiben.

Wir waren wohl eine der Ersten, die in der Mongolei unterwegs waren. Mehrmals waren wir die einzigen Gäste in einem Ger Camp. Und welcher Luxus, der uns dort begegnete: Jurten mit Einzelbelegung, sehr saubere sanitäre Anlagen, feines Essen, überall nette „Herbergseltern“… Beeindruckt hat mich unser Fahrer Gegi, der mit einer Sicherheit und viel Geschick die schwierigsten Sand- und auch Steinpisten bewältigte, immer ein Lächeln im Gesicht. Sehr gekümmert hat sich auch Sodo. Ich hatte zwei Tage eine Darmmalaisse, Sodo kümmerte sich um Tee, leichte Kost, Medikamente, „Hausmittel“ – einfach rührend. So etwas habe ich bisher noch nicht erlebt und ich bin schon viel in der Welt herumgekommen!

Nochmals den allerherzlichsten Dank

Renate Bedhun

aus Erkrath

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Unser Urlaubsauto führte uns schon in viele Länder, doch der weite Osten von Europa bis Asien wartete schon seit Langem auf uns, so dass wir nun beschlossen es endlich zu erobern und unser Reisegefährt sollte hierbei unter anderem die Transsibirische Eisenbahn sein. So hörten wir uns um und lernten auf einer Reisemesse einen sympathischen russischen Herrn kennen, der uns unseren Reisewunsch noch schmackhafter machte. Die Heimat von Herrn Tscherkaschenin war das Gebiet rund um den Baikalsee, der uns unter anderem sehr reizte. Er, der Chef von „Baikaltours“, hatte viele Vorbereitungen für sehr interessante Reisen getroffen, so dass wir uns für eine Individualreise entschlossen, die uns quer durch Russland führte, in die Mongolei, bis hin zur Wüste Gobi. Unsere kleine Gruppe bestand aus drei Personen. Die Dame, welche in Irkutsk zu uns stieß, hatte, wie zu erwarten war, die gleichen Interessen und so wurden wir ein gutes Urlaubsgespann und erlebten gemeinsam viel Interessantes und Schönes.

Moskau

Nach unserer Ankunft in Moskau und unserem versuchten Geldumtausch noch am Flughafen, der kläglich scheiterte, weil wir zwar russisch lesen können, aber, bei uns in Deutschland würde man sagen, das Amtsdeutsch nicht verstehen, standen wir erst mal hilflos da. Auch die Hilfe zweier junger Russen funktionierte nicht. Der Schreck war groß. Was war nur mir unserer Mastercard los? Wir wissen es bis heute nicht. Aber die Schuld, dass es zu dieser Verzögerung kam liegt einzig und allein bei uns. „Baikaltours“ hatte uns eindeutig darauf hingewiesen, uns auf dem Flughafen am Schalter „A….“ zu melden. Wir waren aber auf die Rubel so scharf, das wir uns erst um das Geld kümmern wollten und dann den Schalter aufsuchen, wo man uns helfen sollte in unser Hotel zu gelangen. Als wir nun nach einem gut zweistündigen Versuch uns hilfesuchend doch an den Schalter wandten, wurden wir schon als vermisst geführt. Unser Fahrer war doch tatsächlich nach dieser langen Zeit noch da und wartete auf uns. Unser Geld bekamen wir nun mit der Hilfe des Schalterbeamten problemlos aus dem Geldautomat, wir konnten also tief Luft holen und wurden nun mit dieser großen Verspätung und unseren Rubeln die 50 km in unser Hotel nach Moskau gefahren. Am nächsten Vormittag führte uns eine nette Stadtführerin durch Moskau, die uns liebevoll ihre Stadt näher brachte.

Transsibirische Eisenbahn

Unsere Fahrt konnte beginnen. Am 7. Juni bestiegen wir, nach eingehender Kontrolle gegen 14 Uhr Moskauer Zeit, auf dem Bahnhof Jaroslawskij die Transsibirische Eisenbahn. Nicht etwa die „Zarengold“, nein wir wollten in einem ganz normalen Zug fahren und auch Kontakt zu den Landsleuten haben. Unser gebuchtes Abteil hatte vier Sitz- bzw. Liegeplätze und ein eingebautes Tischchen. Alle Zugabteile waren belegt. Wir merkten aber bald, dass unser freundlicher Leiter des Reisebüros „Baikaltours“ dieses Abteil nur für uns gebucht hatte, so dass wir es recht bequem hatten, für unsere bevorstehende Reise. Unsere russische Waggonbegleiterin, die es in jedem Waggon gibt, hatte in einem großen Samowar stets heißes Wasser für die Reisegäste bereit, so konnten wir zu jeder Zeit einen Kaffee oder Tee zubereiten. Für kleine Mahlzeiten hatten wir chinesische Suppen parat, die man ja nur mit heißem Wasser anrührt. Schüssel, Besteck, Tassen, Tee und Kaffee, Brot und Wurst hatten wir, gut überlegt, im Gepäck. Natürlich hat die Transsib auch einen Speisewagen, aber auf allen größeren Bahnhöfen, an denen der Zug ca. 20 Minuten Aufenthalt hatte, konnte man, von Russenfrauen angeboten, und von ihnen selbst hergestellte russische Speisen und geräucherten Fisch kaufen. Also für uns war gesorgt und wir genossen die Zeit, in welcher uns der Zug in die Weiten Russlands brachte. Das Landschaftsbild, während wir von Moskau bis an den Baikal fuhren, änderte sich zunehmend. Nur was ständig blieb, waren die Birken, die uns mit ihren schneeweißen Stämmen auf der gesamten Fahrt begleiteten. Wir fuhren an kleinen russischen Siedlungen vorbei die aus einfachen Holzhäusern, manchmal mit Holzverzierungen, bestanden und weit voneinander entfernt lagen. Wir wunderten uns anfangs, alles war Brachland, nie sah man Vieh. Je östlicher wir aber kamen, wechselte der Wald zur sogenannten Taiga und war offener. Auch die Landwirtschaft war hier zuhause. Große Flächen, die sicher noch aus der sowjetischen Kolchose-Zeit stammten, waren bewirtschaftet und ab und zu sah man auch mal eine kleine Herde Tiere.

Es war eine schöne Fahrt, auch mit den mitfahrenden russischen Fahrgästen kamen wir in Kontakt und konnten unsere dürftigen Russischkenntnisse einsetzen. Aus dem Fenster schauen, wurde nie langweilig. Mein Buch, was ich vorsichtshalber mit genommen hatte, habe ich über die ganze Fahrt nicht angerührt. Auch das Schlafen war kein Problem, währenddessen fuhren wir durch das weite russische Land. Langsam näherten wir uns Irkutsk und freuten uns schon auf den Baikalsee.

Der Baikalsee

In Irkutsk wurden wir direkt vor unserem Waggon von unserer liebenswürdigen Reiseführerin Varvara (Barbara) empfangen. Sie sprach sehr gut Deutsch, fast ohne Akzent, und begleitete uns fortan im russischen Gebiet. Renate unsere dritte Reisende hatte per Flugzeug Irkutsk erreicht und wir erlebten nun alles zu Dritt. Varvara zeigte und erzählte uns viel von dieser Stadt. Wir sahen alle Sehenswürdigkeiten, sie führte uns auch zu einem Fischmarkt, wo es den Omul gab, der nur im Baikalsee vorkommt und sie zeigte uns die Angara, den einzigen Abfluss vom Baikalsee.

Am Tag darauf begrüßte uns den Baikalsee bei Listwjanka hautnah. Das Freilichtmuseum und das Baikalmuseum begeisterten uns und zeigten die alte Geschichte dieser Gegend, doch noch mehr ergriffen waren wir, als wir nun endlich am Ufer des weltgrößten und tiefsten Sees standen. Wir wollten ihn wenigstens mit den Füßen spüren, doch nach 5 min hatte das eiskalte Wasser unsere Füße fast gefühllos gemacht. Aber das musste sein, ihn, den beeindruckenden See zu spüren. Als wir im Port Baikal erneut den Zug bestiegen, fuhren wir direkt auf der alten Transsib-Linie am Ufer des Baikalsees entlang bis zu einem kleinen Dorf. Dieses aus Holzhäusern bestehende Dorf ist inzwischen ein Feriendomizil geworden und auch wir verbrachten hier eine Nacht. Es war ein famoses Erlebnis hier zu sein, was uns allen gefühlmäßig sehr nahe ging.

Nach einem köstlichen Essen besuchten wir als Höhepunkt dieses Tages noch eine russische Banja (Sauna). Am nächsten Tag folgte eine wilde Bootsfahrt auf dem Baikalsee und nach der Landung in einer kleinen Bucht konnten wir es nicht erwarten, einmal im Baikalsee einzutauchen, zwei schnelle Schwimmzüge und wir tauchten wieder auf, das kalte Wasser genehmigte uns keine Minute länger, aber wir haben es gewagt. Am späten Nachmittag erwartete uns ein typisches Abschiedsessen mit Omul und Wodka. Mit feuchten Augen und dem Lied:

Herrlicher Baikal du heiliges Meer, ….

das wir Ostdeutschen in unserer Schulzeit gelernt hatten und das wir nun spontan sangen, verabschiedeten wir uns vom Baikalsee und unserer lieben Begleiterin Varvara. Lange blieben wir noch an diesem beeindruckenden See stehen, aber alles geht einmal zu Ende. Da unser Zug nach Ulan Bator, der uns von Sludjanka dorthin bringen sollte, erst nach Mitternacht losfuhr, wurden wir auf dem bemerkenswerten Bahnhof in einen Ruheraum mit drei Liegen geführt. Wir waren total überrascht, so einen Luxus hatten wir nicht erwartet. Nach 3 Stunden Nachtruhe bestiegen wir erneut die Transsib und fuhren Richtung Ulan Bator, wo wir 2 Tage später eintrafen.

Mongolei

Am frühen Morgen erreichten wir Ulan Bator, wo uns unser mongolischer Reiseführer „Sodo“ mit unserem Fahrer „Gegi“ erwartet, der uns fortan mit seinem robusten Kleinbus, russischer Bauart, durch die Mongolei fuhr. Doch vorher lernten wir erst einmal Ulan Bator kennen. Bei einer Rundfahrt durch diese Stadt sahen wir die vielen neuen über zehn Stockwerke hohen Häuser, die ganz dicht beieinander stehen. Diese hatte Gerd, als er vor 30 Jahren dienstlich hier war, noch nicht gesehen. Die Einwohnerzahl hatte sich seither von 400 000 auf fast 3 Millionen erhöht. Damals gab es rund um diese Stadt noch viele Jurtensiedlungen. Man erkannte in den Hauptstraßen, mit seinen Geschäften, den großen Einfluss aus China und der westlichen Welt, denn die englische Sprache setzt sich auch hier gewaltig durch. Das Unbegreifliche, was wir jedoch in dieser Stadt erlebten, ist der gewaltige Stau der meistens japanischen Fahrzeuge, zu jeder Tageszeit. Man kann aus einer noch so befahrenen europäischen Großstadt sein, dort überfällt einen ein Schock. Aus einer zweispurigen Fahrbahn gleicher Richtung wird im Handumdrehen eine Vierspurige und die Autos haben gerade mal eine Handbreit Abstand voneinander. Will ein Fahrer mal die Richtung ändern, gelingt es durch Hupen und ruckartiges Bremsen diesem seine Fahrtrichtung zu ermöglichen. Man kann das kaum beschreiben, man muss es erlebt haben. Nur einmal stand ein Verkehrspolizist auf einer Kreuzung und mit einem Stab und dem Handy am Ohr, versuchte er das Chaos zu regeln. Unser mongolischer Reiseführer sagte, in Ulan Bator ist es nie möglich, den ganzen Tag nicht, pünktlich irgendwo zu sein. Und doch schafften wir es die vorgesehene abendliche Folkloreveranstaltung nicht zu verpassen. Alles was wir sahen und hörten, war uns ja fremd und trotzdem war es eine wunderbare und zugleich erlebnisreiche Vorführung. Wir waren begeistert.

Zur Wüste

Nun begann die Fahrt Richtung Gobi. Wir ließen Ulan Bator mit seinen Menschenmassen hinter uns und fuhren mit unserem netten Reiseführer und dem bemerkenswerten Fahrer unseres Kleinbusses in ca. 1300 Meter Höhe durch ein Felsengebirge in die weite Steppe. Ein vertrauter Geruch begleitet uns anfangs und als wir einen Stopp einlegten entdeckten wir es. Der karge sandige Boden bietet, einer auch bei uns beliebten Pflanze, gerade noch ausreichenden Nährboden, dem Schnittlauch.

Da es hier kaum noch Straßen gibt, fuhren wir fortan durch die holprige Steppe, die bis zum Horizont und noch weiter reicht. Manchmal erinnerte sie uns an die Achterbahn, ohne Festzuhalten ist ein normales Sitzen kaum möglich. Erstaunlich wie diese russischen Fahrzeuge das überstehen. Jetzt wunderte es uns nicht mehr, warum die Decke des Wüstenfahrzeuges so gut gepolstert ist. Alle Muskeln und Wirbel waren gefragt. Aber wir gewöhnten uns daran, denn jeden Tag ging es im gleichen Hipp/Hopp reichlich 200 km weiter und das meistens im 60-70 Stundenkilometertempo und scharfem Bremsen. Am Nachmittag wurden wir stets in einem Jurten-Camp von, in mongolischer Tracht gekleideten, jungen Mongolinnen und Mongolen freudig empfangen. Häufig auch nach Landessitte mit Milch, oder gegorener Stutenmilch, die uns in verzierten Schüsseln gereicht wurde.

Sämtliches Gepäck wurde uns freundlich abgenommen und von den jungen Leuten in unsere bereitstehenden Jurten gebracht. Einfache und auch reich verzierte Jurten überraschten uns und die absolute Sauberkeit. Immer standen Hausschuhe für uns bereit. Alle Jurten-Camps, und stehen sie noch so weit auseinander, haben Licht, gewonnen durch Sonnenkollektoren. In den Toilettenanlagen gibt es sogar warmes Wasser. Auch duschen ist möglich. Wir machten aber wenig Gebrauch davon, denn stets begleitet uns die Frage: Wo nehmen diese fleißigen Leute, tief in der Steppe und Wüste, nur das Wasser her? Der Teil dieses Land ist so karg und trocken, so dass wir nur staunten und diesen freundlichen Wirtsleuten nicht unnötig das Wasser verbrauchen wollten.

Ich möchte noch mal das Wort fleißig betonen, selbst wenn man die Toilette verlässt, husche sofort einer von ihnen hinein und putzt. Die Camps bestehen meistens aus 10 bis 20 Jurten, die mit kleinen steinigen Stegen verbunden sind. Nach der Morgentoilette eilte ich an einem Tag noch mal in unsere Jurte zurück, um dann schnurstracks in die Jurte zu gelangen in der das Frühstück auf uns wartete. Dabei benutzte ich nicht die Laufstege, sondern ging querfeldein. Beim Zurückschauen sah ich, wie ein kleiner Junge meinen verkürzten Weg abgeht, mit einem kleinen Stock meine Fußabdrücke verreibt und ein klein wenig Wasser über diese Spur gießt. Ich war beschämt. Zum Glück hatten wir uns noch in Deutschland mit Lutscher und ähnlichen Süßigkeiten eingedeckt, so dass wir uns den Kindern gegenüber etwas freigiebig verhalten konnten. Da es hier so Landessitte ist, verabschiedeten wir uns auch in jedem Jurten-Camp mit einem entsprechenden Trinkgeld. An jedem neuen Tag erwarteten uns neue Überraschungen, waren es am Anfang der Schnittlauch, dann blühende Irispflanzen die über die weite Landschaft verteilt waren, so bemerkten wir auch nach Wermut riechende Pflanzen und Brennnesselbüsche, deren brennende Wirkung weit länger und stärker anhielt, als bei unserer heimischen Art. Zwischendurch zierte das Steppengras die Landschaft, das mit seinen langen hellen gelben Spitzen Abwechslung bringt. Je näher wir den Sanddünen kamen verringert sich der spärliche Bewuchs, auf etwa 1qm wuchsen gerade mal 2-3 kleine Pflanzen, die aber, schaute man in die Ferne, jetzt im Juni immer noch einen zarten grünen Teppich bildeten. Vor unserem Fahrzeug flitzten ununterbrochen Erdhörnchen und Mäuse zur Seite, die wohl weniger vor uns, sondern vor den Adlern flüchteten, die in hohen Höhen Ausschau halten. Erblickten wir wirklich mal einer Oase, sahen wir auch die furchtlosen Kraniche. Obwohl hier alles so karg und trocken ist, begegneten wir vielen großen und kleineren Herden von Ziegen, Schafen, Pferden, Kühen und den nur hier lebenden Jack-Rindern. Ganz vereinzelt sahen wir die Jurten der Nomaden, denen diese Viehherden gehören.

Auch fielen uns Kadaver auf, oft nur noch Schädel und Knochen von verendeten Tieren, die wohl ein Opfer der auch hier lebenden Wölfe geworden waren. Die aasfressenden Geier beseitigen jedoch schnell die Überreiste dieser Tiere und zurück bleiben die bald von der Sonne ausgebleichten Knochen und Schädel. Inzwischen waren wir schon 3 Tage in dieser Steppengegend unterwegs, hatten schon vieles erlebt, anfangs den Nationalpark Tereldsh mit seinem malerischen buddhistischen Tempel, eine von der Natur geschaffenen Felsformation in Form einer Schildkröte, weitere Felsengebirge begleiteten uns und bilden einen Canon der uns in die Geierschlucht führte, in ein weiteres Naturschutzgebiet. Am vierten Tag dieser ereignisreichen Tour gelangten wir zu den ca. 180 km langen und 3-15 km breiten vegetationslosen Sanddünen von Chongorin Els. Diese Dünen sind bis 200 Meter hoch und wir wollten sie unbedingt bezwingen. Doch vorher brachten uns 3 Kamele, auf denen wir über eine Stunde reiten durften, in die Nähe der Dünen. Du lieber Himmel, ich war weder das Reiten auf einem Pferd, geschweige einem Kamel gewöhnt und das ohne geeigneten Sattel. Unsere Sitzwerkzeuge hatten tüchtig gelitten, aber es war ein tolles Erlebnis gewesen, auch wenn ich das Absteigen herbei gesehnt hatte. Unsere anschließende Dünenbesteigung, ein Schritt vor und zwei zurück, machte uns alle um eine Erfahrung reicher. Ein sicheres Laufen war nur auf einem Dünenkamm möglich, der schräg nach oben führte. Das war eine gute Erkenntnis, aber uns verließen trotzdem die Kräfte und wir schafften es nur kurz über die Hälfte und kamen alle Drei völlig erschöpft am Fuße der Düne wieder an.

Weiter ging unsere Fahrt, wir durchstreiften einen Saxaulwald der plötzlich in der Wüste auftauchte und uns erstaunte, aber das nächste war wieder ein Gebirge mitten in der Wüste, in dessen Talkessel plötzlich eine üppige Vegetation zu erleben war, gespeichert von einem kleinen Fluss. Wo kam der nur her? Natürlich aus den Bergen, aber das er bei dieser Trockenheit nicht einfach versiegte, war ein Wunder. Selbstverständlich waren hier auch viele Tiere zuhause. Auch die Menschen hatten sich dieses Geschenk der Natur zunutze gemacht und vor vielen Jahren schon eine Tempelanlage gebaut, die wir aber leider nur noch als Ruine betrachten konnten. Kleinere Tempel luden zum Verweilen ein. Und überall, ob in der Großstadt oder hier in der Wüste erhielten Mönche diese Heiligtümer am Leben. Wir haben auf unserer Reise viel gelernt, den Buddhismus und die Menschen die ihn leben, zu verstehen. Das letzte Kuriosum in einer Wüste war der Wasserfall Orkhon. Ein etwa 6 Meter hoher Felsenabsturz ließ das Wasser in die Tiefe rauschen und verzauberte dieses Fleckchen Erde in eine grüne, kühle Oase.

Nach einer weiteren Fahrt nach Karakorum, der ehemaligen Hauptstadt der Mongolei und der Besichtigung des bekannten Klosters Erdeene Zuu, „schüttelte“ uns unser großer Fahrkünstler Gegi den steinernen durch Felsen führenden Weg, jedoch wohlbehalten, durch den Rest der Wüste und Steppe, nach Ulan Bator zurück. Wir haben in dieser Steppen- und Wüstenlandschaft cirka 2400 km zurückgelegt, waren nach mancher Fahrt etwas erschöpft aber glücklich, so viel Schönes und

Seltenes gesehen zu haben, haben einen Sandsturm erlebt, einen kräftigen Regen, den es hier sehr selten gibt und Temperaturen bis 40 Grad, die aber durch den ständigen Wind, sehr erträglich waren. Wir steckten voller Erlebnisse und nahmen viele Erinnerungen an dieses interessante Land mit seinen liebevollen Menschen, mit nach Hause.

Auf dem Heimflug von Ulan Bator nach Moskau und von Moskau nach Dresden, der uns 7 Stunden Zeitverschiebung brachte, konnten wir noch einmal aus 10 Tausend Meter Höhe Abschied nehmen vom monumentalen Baikalsee, der selbst aus dieser Höhe, eine Ewigkeit dauerte, ihn zu überfliegen, und den unendlichen Weiten Russlands, die wir mit der Transsib durchfahren sind.

Wir haben viel erlebt und gesehen und wir danken allen die uns begleitet haben und wünschen den beiden wunderbaren Ländern, Russland und der Mongolei, und seinen liebenswerten Menschen Glück und Frieden. Auch ein herzliches Dankeschön an unseren vorzüglichen und umsichtigen Reiseveranstalter Sergej Tscherkaschenin, von Baikaltours. Diese Reise wird uns noch lange in Erinnerung bleiben.

Brigitta und Gerd Feuchter

aus Dresden